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Anfängerfehler beim Pokern

Poker ist ein Spiel mit vielen Facetten. Es hebt sich durch seine vielen Spielelemente von einfachen Kartenspielen ab. Im Poker finden sich Situationen aus dem alltäglichen Leben wieder. Wir begegnen vielen Menschen, manche von ihnen wollen uns täuschen und viele sind nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Dafür benutzen sie verbale und nonverbale Tricks, damit sie ihr Ziel erreichen. Beim Poker geht es nicht anders zu, doch die vielen kleinen Nuancen sind einem Anfänger nicht bewusst. Er begeht deshalb gerne dieselben Fehler, immer und immer wieder. Profis erinnern sich an ihre Anfänge zurück und können das Spielverhalten leicht analysieren. Wer sich bei den folgenden Anfängerfehlern beim Pokern wieder erkennt, sollte bei seinen nächsten Spielen darauf achten diese zu vermeiden.

Den Anfang macht  ein Fehler der nur zu gerne begangen wird. Poker ist ein Spiel der Wahrscheinlichkeiten, von Natur wollen wir so viele Chancen nutzen wie es nur geht. Beim Poker bedeutet das leider oft den Verlust von allem Geld das wir besitzen. Gemeint ist damit die Spielweise der Starthände. Anfänger neigen dazu jede Hand mindestens bis auf den Flop zu callen, damit sie sehen wie sie mit den ersten 3 Gemeinschaftskarten stehen. Allerdings ist dies nicht ratsam, weil man nur in einem kleinen Teil der Fälle auch wirklich ein Paar oder Besseres trifft. Bei einem vollen Tisch von 10 Personen sollte man beim Texas Holdem zwischen 25-30% der Hände spielen. Wer mehr Hände auf den Flop bringt gilt als „loose“ und mit weniger als 20% ist man zu „tight“ für seine Gegner. Welche Hände im Einzelnen gespielt werden sollen steht auf einem anderen Blatt Papier. Außerdem sind die Spielweisen gleicher Starthände den Aktionen der Gegner anzupassen.

Aus diesem Fehler entwickelt sich das zweite Fehlverhalten dass Poker-Anfänger gerne benutzen. Wird eine schwache Starthand auf dem Flop getroffen, dann wird diese bis zum River gecalled oder noch schlimmer geraised. Man hat ja schließlich etwas getroffen, aber denkt nicht daran was der Gegner haben könnte. Oft wird das zweitbeste Paar mit dem Board gebildet und der Mitspieler hat dann doch das Ass-Pärchen. Bei diesem Anfängerfehler kann man sich einfach nicht von seiner Hand trennen, weil man etwas getroffen hat, aber ohne an die eigenen Erfolgschancen zu denken.

Diese zwei großen Anfängerfehler beim Pokern sind im Zusammenhang beim Spiel mit Echtgeld eine wahre Katastrophe. Das Geld wird einem nur so aus der Tasche gezogen und man weiß als Beginner oft gar nicht warum. Aus Frust spielt man einfach alle Starthände, damit der Verlust wieder ausgeglichen werden kann. Dazu kommt dann vielleicht noch ein schlecht gewähltes Limit und schon ist man nach einer Stunde bargeldlos. Die Wahl des richtigen Limits hängt mit einem guten Bankroll Management zusammen. Wenn ich nur 100 Euro besitze bzw. beim Onlinepoker eingezahlt habe, dann darf ich nicht das gesamte Geld mit an einen Tisch nehmen. Selbst Profis haben Pechsträhnen und verlieren manchmal noch ihr gesamtes Geld an einem Abend. Wenn man dann nichts mehr in der Hinterhand hält, dann ist die Poker-Karriere schon zu Ende bevor sie richtig begonnen hat. Eine kleine Faustregel besagt, dass man nie mehr als 5% von seinem zur Verfügung stehendem Spielgeld mit an den Tisch nehmen sollte! Deshalb muss das Limit so gewählt werden, dass man sich mit diesen 5% voll einkaufen kann.

Wenn man dann tatsächlich alles Geld verlieren sollte, dann kann man sich immer noch 19 Mal wieder einkaufen und bei einer guten Spielweise werden die Gewinne auch wieder kommen. Ansonsten wird das Ganze schnell zu einer Achterbahn der Gefühle und man sieht sich dem nächsten Anfängerfehler gegenüber, den Emotionen. Beim Poker ist es ein Fehler wenn man Wut, Trauer oder Verzweiflung öffentlich zeigt während man spielt. Wenn die Gegner wissen dass man sich gerade in einem Gefühlschaos befindet, dann werden sie einen sicher nicht deswegen verschonen. Nach außen darf man Glück und Freude zeigen, aber negative Emotionen sind Anzeichen für Schwäche und Konzentrationsmangel. Man muss also die bitteren Pillen schlucken, ohne dass es jemand anderes bemerkt. Das berühmte „Pokerface“ zeigt gar keine Regungen, weder im Gesicht noch am Körper. Dadurch wird es dem Gegner erschwert Informationen aus einem heraus zu bekommen.

Doch kommen wir von der Gefühlsebene wieder zurück zu den Wahrscheinlichkeiten. Viele mögen die höhere Mathematik nicht und das ist auch verständlich. Während man gerade versucht das Geld aus den gegnerischen Taschen zu ziehen, möchte man nicht noch irgendwelche Berechnungen anstellen müssen. Leider gehört die Wahrscheinlichkeitsrechnung (Stochastik) zum Poker mit dazu. Sie gehört zum technischen Part des Pokerspiels und muss zumindest in den Grundzügen erlernt werden. Wie man seine eigenen Chancen(Odds) errechnen kann zeigen einem viele Artikel und Bücher. Außerdem kann man mit Odds-Rechnern seine Chancen für bestimmte Spielsituationen nachvollziehen und das nächste Mal die bessere Entscheidung treffen.

Ein kleiner technischer Fehler beim Poker sind die 2-Farben-Decks. Während man nur 2 Farben, also Rot und Schwarz, im Texas Holdem besitzt, sind es aber 4 Zeichen (Karo, Herz, Pik, Kreuz) welche man benutzen kann. Die 2 Farben führen bei Anfängern immer wieder zur Verwirrung wenn man einen Flush bilden möchte. Es werden nicht „5 Karten von einer Farbe“, sondern „5 Karten von einem Zeichen“ benötigt, damit der Flush gebildet werden kann. Während man in den Kasinos nichts dagegen machen kann, gibt es beim Onlinepoker die Möglichkeit des 4-Farben-Decks. Dieses kann man in den Einstellungen aktivieren und bringt für gewöhnlich die Farben Blau und Grün noch mit ins Spiel. Damit können Fehlinterpretationen vermieden werden.

Die Liste der Anfängerfehler beim Pokern könnte jetzt noch um einige Beispiele fortgeführt werden. Manche unterteilen die möglichen Fehlerquellen auch für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis. Man sollte sich je nach Intensivität immer wieder mit den potentiellen Fettnäpfchen beschäftigen und überprüfen ob man in diese noch hinein tritt oder nicht. Erst wenn man die oben genannten Fehler sicher ausschließen kann, sollte man sich mit Echtgeldspielen versuchen. Solange übt man noch mit Spielgeld beim Onlinepoker oder mit Freunden. Das verhindert größere Verluste gleich zum Anfang der eigenen Poker-Karriere.