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Psychologische Spielchen

Der folgende Artikel ist nur für No-Limit Hold’em geschrieben. Bei den No-Limit Hold’em Ring Games benötigt man mehr Bluff Fähigkeiten und man muss mehr psychologische Tricks verwenden, wie bei den anderen Poker Spielen. Die Tricks sind nicht immer gleich, es kommt immer darauf an, gegen welchen Gegner man spielt. Man sollte keinen psychologischen Spielchen anwenden, wenn man in No-Limit Räumen mit niedrigen Einsätzen spielt, 100$ Buy-In oder niedriger. Spielt man bei wenigen Spielern einen Flop Bluff, wird er auch mal durchkommen, sonst wird es aber so sein, dass die meisten Spieler mitgehen werden bis zum Schluss. Hier sollte man eher auf ein gutes Blatt warten und dem Gegner dann das Geld aus der Tasche ziehen.

Psychologische Spielchen werden eine sehr große Rolle spielen, wenn man an Tischen spielt mit einem Buy-In von 200$ oder höher, vor allem, wenn die Gegner große Chip Stapel haben. An solchen Tischen muss man als aller erstes seine Mitspieler kategorisieren, dazu unterteilt man sie in 6 Kategorien:

1. Fische – Nennt man Spieler, welche nur auf ihr eigenes Blatt achten und dies herunter spielen und es interessiert diese Spieler auch nicht was man macht, außer man setzt gegen sie. Würde man einen großem Einsatz bringen und diese Spieler haben ein schlechtes Blatt, gehen sie raus. Hätten sie dagegen ein Top Paar würden sie mitgehen, außer wenn man selbst All-In gehen würde. Bluffen tun diese Spieler auch nicht.

2. Polizisten – Sind ähnlich wie die Fische, aber sie verstehen das Spiel besser, sie denken, dass der Bluff das einzige ist, was sie schlagen könnten, sehr oft denken sie, dass man blufft und daher gehen sie dann bis zum Schluss mit.

3. Schwach-strenge – Diese Spieler beachten nur ihr eigenes Blatt, aber sie gehen nicht so oft mit wie ein Fisch. Diese Spieler sind nicht bereit ihr ganzes Geld mit einem Top Paar zu verlieren, außer wenn sie denken, man wäre ein Maniac. Diese Art von Spieler sollte man aus den Potts bluffen.

4. Streng-aggressive – Diese Spieler haben eine taktische Spielweise, die No-Limit Fähigkeiten bei diesen Spielern hängt davon ab, wie gut sie die Blätter der Gegner lesen können. Sie werden eher setzen, wie nur mitzugehen. Bei dieser Sorte von Spieler ist es sehr wichtig, dass man hin und wieder die Strategie des eigenen Spiels ändert. Man sollte ab und zu mal versuchen, diese Spieler in eine Falle zu locken mit einem sehr guten Blatt, auch sollte man manchmal etwas lockerer spielen. Ändert man kontinuierlich das Spiel, kann man diese Spieler dazu bringen, dass sie „Polizisten“ oder „schwach-strenge“ Spieler werden. Man sollte genau aufpassen, in welche Richtung sich diese Spieler entwickeln und dies dann gegen sie ausnutzen.

5. Heißgelaufene – Diese Art Spieler, gehen mit ihren kompletten Chips rein und versuchen ihr Blatt zu drücken. Diesen Spielern sollte man das setzen überlassen, denn mit einer Erhöhung oder einem Gebot kann man sie raus bringen.

6. Hyper-aggressive – Diese Spieler setzen und erhöhen gerne, dabei kann man sehr schlecht unterscheiden, ob sie wirklich das beste Blatt haben, oder ob sie nur bluffen. Diese Art Spieler kann sehr gefährlich sein, aber in eine Falle locken kann man sie trotzdem. Man kann zwar mit einer Erhöhung testen, aber dies sollte man nicht immer tun, denn sehr schnell kann dies durchschaut werden. Man sollte nicht zulassen, dass solche Spieler durch einfaches erhöhen herausfinden, was man hat. Die eigenen Blätter sollte man unterschiedlich spielen, hat man dann Karten, sollte man sie in die Falle locken.

Psychologische Spielchen sollte man im Allgemeinen nur bei hyper-aggressiven und streng-aggressiven Spielern verwenden, da die anderen Spieler sehr gut einzuschätzen sind und daher gibt es keinen Grund sie zu verändern, denn es kann sehr schnell sein, dass einem dann ein hyper-aggressive Spieler einen tyrannisiert oder man bekommt Angst gemacht mit einer Erhöhung von einem streng-aggressivem Spieler. Diese Spieler haben immer ein Bild von einem, dieses muss man stets verändern und variieren, damit sie sich kein wirkliches Bild machen können. Auf zwei Dinge sollte man achten, wenn man das Spiel verändert und variiert: 1. Wann man blufft – Blufft man immer nach dem Flop, werden die Spieler anfangen mitzugehen, in der Hoffnung, dass man die wirkliche Stärke des Blatts zeigt nach der Turn Karte, daher ist ganz wichtig, dass man den Zeitpunkt zum bluffen immer mal variiert. 2. Das eigene Preflop Verhalten – Wie spielt man bestimmte Blätter preflop? Man soll nicht immer erhöhen mit AK und einfach nur mit kleinen Pärchen mitgehen, man soll die Sache auch mal herum drehen und mit kleinen Pärchen und zusammenliegenden Karten mit gleichem Symbol erhöhen und Slowplay AK. Besonders mit mittleren Pärchen sollte man dies tun. Auf diese Weise kann man seinen Gegner irreführen.

Das setzen des Einsatzes ist das einflussreichste und auch wichtigste psychologische Spielchen. Man sollte die Höhe des Einsatzes davon abhängig machen, wie hoch das Blatt des Gegners ist und nicht das eigene. Mit dem setzen des Blattwertes verraten schlechte Spieler ihr Blatt. Will man dann jemand heraus bluffen, muss man allgemein mehr setzen wie das Blatt des Gegners wert ist. Macht man dies zu oft, werden die Bluffs durchschaut und die Gegner gehen mit. Damit man den Wert des eigenen Blattes maximieren kann, muss man so viel setzen wie der Gegner bereit ist zu zahlen. Hier ein paar Beispiele:

– Hat man ein großes Full House, sollte man hoch setzen, denn die Chancen stehen gut, dass der Gegner nur ein kleines Full House hat.

– Hat man einen Flush und es liegt ein Pärchen in der Mitte, sollte man jemand mit einem Drilling dazu bekommen, dass er mitgeht und dazu sollte man die Hälfte oder 2/3 des Potts setzen. Würde man einen hohen Einsatz setzen, wird jemand mit einem Full House mitgehen.

– Erhöht der Gegner und man denkt, dass er nicht blufft, sollte man erst mal einen kleinen Betrag setzen, den der Gegner dann erhöhen wird und dann kann man All-In gehen. Würde man eine Straße bekommen und der Gegner hätte dann ein Pärchen oder Doppelpaar, würde dies besonders gut funktionieren, denn damit hat dann keiner gerechnet.