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Spielertypen, Spielverhalten und wie man sich beim Poker anpasst

Beim Poker hat man es mit realen Gegnern zu tun. Egal ob am PC oder im Casino, hier treffen unterschiedliche Gemüter auf einander. Daraus ergeben sich Spieler mit wenig oder viel Temperament, einer ruhigen oder aggressiven Spielweise usw. Die Gegensätze sind zum teil sehr groß. Dazu brauch man lediglich mal einen Tisch beim Onlinepoker für eine halbe Stunde zu beobachten. Während ein Spieler jede Runde den Flop sehen möchte, wählt der andere ganz gezielt seine Starthände aus. In diesem Artikel beleuchten wir ausführlich welche Vor- und Nachteile die verschiedenen Spielertypen haben und wie man sich ihnen anpassen kann, um das meiste Geld von ihnen zu bekommen.

Vorab noch ein paar Begriffserklärungen bevor wir ins Detail gehen. Wenn ein Spieler weniger als 30% seiner Hände auf den Flop bringt bzw. die Blinds angleicht, dann spricht man von einem strengen (tight) Spieler. Alles was darüber geht wird als locker (loose) bezeichnet. Es gibt in beide Richtungen Steigerungen, welche aber nicht dem üblichen Fachgargon entsprechen. Die Rede ist von „super“, „mega“ oder „ultra“. Man kann aber schon sagen, dass ein Spieler mit 20% und weniger gespielten Händen als ziemlich tight gilt.

Beim Poker entscheidet aber nicht nur die Anzahl der gespielten Hände, sondern auch wie damit umgegangen wird. Die meisten Spieler verhalten sich sehr konservativ und manche denken sie würden wie damals im Wilden Westen spielen. Spieler die nur selten oder gar nicht die Aktion übernehmen und lieber callen werden als passiv eingestuft. Wenn dagegen jemand gerne erhöht und nochmals erhöht, dann wird er als aggressiv bezeichnet. Auch hier gibt es wieder die möglichen Steigerungen. Aus der Anzahl der gespielten Hände und dem Spielverhalten ergeben sich vier grundlegende Spielertypen beim Poker.

Der tight-aggressive Pokerspieler

Hierbei handelt es sich um das meist gesehene Spielverhalten beim Poker. Dieser Spieler wartet auf die guten Hände, um dann seine Chance zu nutzen. Er wettet Monsterhände wie AA oder KK hoch an und verhält sich ansonsten ruhig, bis er etwas getroffen hat. Häufig wittert er in einem Draw seine Chance und versucht günstig an weitere Karten zu kommen. Nur wenn er eine gute Hand getroffen hat, wird er auch aktiv. Größere Risiken meidet er und hält sich strikt an die Wahrscheinlichkeiten. Stehen die Pot Odds nicht gut für ihn, wird er die Hand folden.

An diesem Spieler beißen sich loose Gegner die Zähne aus. Sie wetten und wetten und beachten vielleicht gar nicht warum er called. Oft ist es dann schon sehr teuer für einen Rückzieher geworden. Den tight-aggressiven Spieler kann man nur schwer in eine Falle locken. Er lässt sich sehr leicht durch Erhöhungen vertreiben, wenn er nur auf einem Draw sitzt. Dies zu erkennen bedarf viel Übung. Es geht aber auch, wenn man die Nuts hat und der tight-aggressive Spieler nur eine gute Hand besitzt.

 

 

Der tight-passive Spieler

Er wird auch als Fels (engl. The Rock) bezeichnet. Er lässt überhaupt nichts durchblicken. Die wenigen Hände die er spielt, verteidigt er nicht einmal. In den meisten Fällen wird er einfach nur folden oder mitgehen. Nur sehr selten benutzt er die Möglichkeiten für eine Erhöhung. Hinter dieser Strategie versteckt sich ein Trick. Loose-Spieler werden einfach wetten und er geht mit. Sie schätzen ihn als besonders schwach ein, tatsächlich hält er aber dann eine gut Hand, wenn nicht sogar die Nuts. Er wird niemanden durch hohe Wetten verschrecken, verschenkt aber aufgrund mangelnder Aggression auch sicher einiges an Geld.

Damit man den tight-passiven Spieler schlagen kann, darf man höchstens den minimalen Betrag setzen. Selbst dann wird er meistens schon folden. Dieser Spieler ist sich entweder seiner Handstärke nicht bewusst oder hat Angst vor zu großen Einsätzen, weil er sie sich vielleicht nicht leisten kann. Generell ist bei diesem Spielertyp nicht viel Geld zu holen, da er kein Risiko auf sich nimmt.

Der loose-aggressive Spieler

Dieser Spielertyp geht dagegen sehr gerne Risiken ein. Der wohl gefürchtetste Spielstil im Poker, denn er gilt als nahezu unberechenbar. Ein loose-aggressiver Spieler sieht in fast jeder Hand eine Chance zu gewinnen. Wenn dies nicht so ist, dann versucht er wenigstens einen Bluff. Er wettet gerne und viel, scheut auch keine Erhöhungen. Er hält sich nicht wirklich an feste Spielkonzepte und ist deshalb schwer einzuschätzen.

Was man allerdings für sich nutzen kann, ist die oft mit diesem Spielertypen verbundende Blindheit gegenüber starken Händen. Viele „Maniacs“ sind der Ansicht, dass eine Wette nur hoch genug sein muss, um tighte Spieler aus dem Pot drängen zu können. Viele loose-aggressive Spieler sind offen für Fallen die aus dem Slowplay oder durch Check-Raises gestellt werden. Ihr Spielverhalten macht sie sehr gefährlich, aber bei richtiger Analyse auch zu den profitabelsten Gegnern im Poker.

Der loose-passive Spieler

Wenn sich ein Spieler beim Poker so verhält, dann fragt man sich, warum er überhaupt spielt. Der loose-passive Spieler geht so ziemlich jede Hand, aber wird bei einem Treffer sie niemals verteidigen. Dies ist eine häufige Verhaltensweise von Anfängern. Sie möchten kein unnötiges Risiko eingehen, aber dennoch viele Hände sehen, um ein Gefühl für das Spiel entwickeln zu können. Sie sind der Ansicht, dass es zur Pflicht beim Pokern gehört, immer mit zu gehen. Daraus ergeben sich katastrophale Folgen, denn dieses Spielverhalten verliert das meiste Geld.

Auch wenn sie eine starke Hand treffen und dies kommt zur Verzweiflung der anderen häufiger vor als man denkt, so werden sie darauf nicht wetten. Folglich gewinnen sie einige kleine Pots, werden aber in der Summe der Runden ganz schnell ihr Geld verlieren. Denn sie scheuen sich nicht vor dem Call eines großen Betrages, obwohl sie meistens gar nicht wissen, warum dieser gesetzt wurde. Für dieses leichte Spielverhalten benötigt man keine Pokerstrategie, sondern nur etwas Ruhe und ein Händchen für die richtige Wetthöhe.