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Wann macht man einen Semi-Bluff?

Im Folgenden wird der Unterschied zwischen einem Bluff und einem Semi-Bluff erklärt von Chris Ferguson (Team Full Tilt Pro) und wann man einen Semi-Bluff macht. Es gibt sehr viele Menschen, die keine Chance auf den Gewinn des Pots haben, weil sie nur Luft bluff-raisen. Chris sagt, wenn er bluff-raised, hätte er immer irgendeine Draw und somit die Chance auf den Gewinn des Pots, wenn er gecallt eird. Die Bluff-Raises von Chris tendieren meist zu einem Semi-Bluff-Raise. Nun die Frage, wann sollte man semi-bluffen?

Stehen die Chancen gut, Gegner dazu zu bringen eine bessere Hand zu folden, sollte man semi-bluffen. Foldet er die Hände nicht, welche die eigene Hand schlagen, ist es auch kein Bluff. Die Hand des Gegners kann man eh schlagen, daher muss man nicht unbedingt betten. Es ist sehr wichtig, dass man gegen die Hände des Gegners, mit welchen er gegen einen callen wird, angemessen handelt. Man kann ihn zum folden bringen und selbst wenn er callt hat man die Chance, dass man den Pot gewinnt.

Mit folgender Hand hat Chris einen Semi-Bluff-Raise gespielt: 9 handed, 1$/2$ No-Limit Hold’em, UTG+3 und der Stack von ihm lag bei 80 BB. Chris hat gehalten, zu ihm wurde gefoldet und er macht einen kleinen Raise, er sagt, er würde dies nicht immer tun, wenn er keine starke Hand hätte, er denkt das es wichtig ist, ab und zu schon mal eine solche Hand in früher Position zu spielen. Er raist den doppelten Big Blind und der Big Blind zahlt. Viele Spieler werden bei einem Min-Raise mit einer sehr großen Range callen, der Vorteil der Position von Chris ist, dass er schon preflop geraist, damit repräsentriert eine stärkere Hand, wie er eigentlich hat. Mit kommt der Flop und Chris hat eine gute Draw. Der Gegner könnte, wenn ein Bube kommt, King-Queen haben und Chris könnte in einer schwierigen Situation sein, aber es ist eine vernünftige und starke Hand, weil es noch eine Open-Ended-Straightdraw ist. Der Gegner checkt zu Chris, dann sollte Chris betten, denn er war der Aggressor Preflop. Chris spielt 5$ und der Gegner raist auf 19$. In so einer Situation überlegen sehr viele Spieler ob sie die Hand aufgeben sollen, Chris wollte diese Hand aber nicht folden. Würde man dort nur callen, wäre es ein Zeichen von Schwäche, daher setzt Chris einen Semi-Bluff an und raist auf 49$, damit möchte er Druck auf den Gegner ausüben. Chris hat einen Open-Ended-Striaghtdraw, genau das richtige gegen die weite Range des Gegners, auch wenn er das Set hält, denn Chris hat dann immer noch 8 Outs. Mit 8 Outs denkt Chris er könne zum folden bewegen. Hat der Gegner eine Neun, könnte Chris in zum folden bringen, auch manche seiner Zehner. Für Chris war dies eine gute Entscheidung, er hat den Gegner semi-geblufft und hat den Pot auf dem Flop gewonnen.